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Rumänien September 2019

2019-09-04-123001 Karpatenbär

Reisebericht (Zusammenfassung des ausführlichen Berichtes von Balu)

1. Tag

Am 31 08 2019 startete von Ivko's Happy Sunshine Tour organisierte Gruppenreise nach Rumänien. Um Rumänien erreichen zu können mussten wir jedoch zuerst einmal Ungarn durchqueren. Die Gegend erinnert an USA Reisen. Kilometerlange Strassen die sich am Horizont verlieren, linkes und rechts hauptsächlich Maisfelder in unterchiedliche Stadien der Verdorrtheit. Nach ca 400km Mittagspause im Restaurant „Muskatli Motel es Etterem" eingelegt. Das Essen dort ist hervorragend, ebenso wie die absolut freundliche Bedienung. Wirklich empfehlenswert. Nach weiteren Kilometer auf ungarischen Strassen erreichten wir dann unser Tagesziel das Hotel Silver in Oradea. Der Abschluss des Tages bestand im Üblichen nämlich: Essen, Quatschen, Bier, Schlafen.

2. Tag

Nach dem ausgezeichneten, reichhaltigen Frühstück beluden wir unsere Mopeds und machten uns, so wie vom Reiseleiter am Vortag beauftragt, um 08:15 Uhr auf die Socken, bzw. Reifen. Den Nationalpark „Parcul Natural Apuseni" streiften wir mehr oder weniger am südlichen Rand, genossen allerdings die durchaus kurvige, teilweise anspruchsvolle Linienführung der E75. Nach weitern teilweise sehr kurvigen Strassen erreichten wir unser Tagesziel Sibiu (Hermannsstadt).

3. Tag

Dieser Tag war ein Ruhetag die Mopeds blieben wo sie waren. Das Frühstück genossen wir im Freien mit einem ausgezeichneten Omlett. Danach wurde die Stadt Sibiu besichtigt. Im Rahmen der Kulkturhauptstadt vor einigen Jahren wurde die Altstadt vorbindlich restauriert. Danach wir wollten mit der „Touristen-Tram" der Linie 26 zum Muzeul-Astra-Park fahren. Am Bahnhof angelangt, nach der Bim-Station suchend, erfuhren wir jedoch die traurige Wahrheit, dass der Reiseführer von Ivko wohl nicht mehr am neuesten Stand ist - die Touri-Bim hat schon lange ausgebimmelt, die Schienen sind auch schon lang beim Alteisen. Aber: auch ein Bus fährt zu diesem Park. Der Park selbst ist ein Freilicht-Museum, dessen Besuch sich wirklich lohnt. Die verschiedenen Bauwerke, Bauernhöfe, Wind- und Wassermühlen sind aufwändig zusammengestellt und sehenswert. Leider nagt aber an dem einen oder anderen Gebäude der Zahn der Zeit, einiges wirkt verfallen und fast schon baufällig. Nicht alle Gebäude/Mühlen/Höfe kann man auch von innen besichtigen. Aber man kann sich ein Bild machen, wie man vor einigen hundert Jahren gelebt haben (kann). Nachdem die Essensverorgung im Park an unwilligen Kellnern leider scheiterte wurde das Abendessen wieder in unserem Hotel eingenommen. Danach stand entweder ein Spaziergang durch Stadt oder das Bett am Programm.

4. Tag

Nach dem obligaten Frühstück mit Omelette und was sonst noch dazugehört ging es zur einem Tagesausflug nach Agnita. Dort wurde die Wehrkirche besichtigt und bei einer Kaffepause in einem Wettcafe (etwas anderes gab es dort nicht wo Geränke serviert wurden) trafen wir auch auf australische und neuseeländsche Motorradfahrer. Nach einem kurzen Gedankenaustausch fuhren wir aber schon weiter über Strassen schlechter bis ganz schlechter Qualität nach Hermannsstadt. Die rumänischen Autofahrer sind eine Klasse für sich. Entweder gerast und überholt (wo es eigentlich nicht geht) oder mit gefühlten 20km/h dahingezuckelt. Andreas konnte gerade noch eine Kollision mit einem verhinderten Formel 1-Fahrer verhindern. Zurück in Sibiu ein Abendessen in einem anderen Restaurant. Und so wie wirklich fast überall in Rumänien, freundliche Bedienung, gutes Essen, gutes Bier. Wir waren alle glücklich und zufrieden.

Tag 5

Nach dem obligaten Frühstück geht es heute auf Transfagarasan. eine wunderschöne Passstraße leidr hatte der Wettergott kein einsehen mit uns. Regen und Nebel begleitet unsere Fahrt. Es kurz vor der Passhöhe klarte es auf und entschädigte uns für die feuchte Anreise. Nach der Einnahme diverser Köstlichkeiten machten wir uns für die Talfahrt bereit. Die Passstrasse ist ein Wahnsinn! Auf einer Gesamtlänge von 150 km (lt Wikipedia) hat sie gefühlte 100.000 Kurven. Und auch die Aussicht ist sensationell. Der Höhepunkt war dann doch das: Irgendwo, nach einer langen Rechtskurve, stehen am rechten Fahrbahnrand einige Mopeds, und auch ein oder zwei Autos. Und auch Ivko bleibt stehen. Warum? Weil links neben der Fahrbahn bewegt sich was. Sitzt doch dort, etwa 5 Meter vom linken Fahrbahnrand entfernt, ein ausgewachsener Braunbär. nach ungezählten weiteren Kurven auf diversen Landstrassen erreichten wir schließlich unser Ziel den Ort Brasov wo wir in der Pensiunea Toscana unsere Nacht verbringen werden. Zum Abendessen mussten wir über eine steile Strasse abwärts in das Zentrum wandern. Wie immer in Rumänien war das Essen und Trinken ausgezeichnet. Zurück stellten wir fest, dass die steile Strasse nunmehr bergauf bewältigt werden musste. Einige beschlossen eine Wanderung mit gefüllten Magen und ein oder zwei Bier wäre keine gute Idee und orderten ein Taxi. Was zu nächtlicher Stunden nicht gerade einfach war, aber letztlich waren wir alle wieder vereint in unserem Quartier.

Tag 6

Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es zur Burg Bran, welche Bram Stoker zum Dracula-Roman inspirierte. Der "echte" Graf Dracula war hier niemals zugegen, seine Burg ist schon längst eine Ruine und liegt auch ganz wo anders. Nach dem ausgiebigen Rundgang durch enge Stiegen (teils aus Holz, teils aus Stein), durch enge Räume, durch weite Räume, über Wehrgänge im Innenhof und dem Innenhof selbst, waren wir erstaunt, wieviel wir von diesem Schloss tatsächlich zu sehen bekamen. Nach einer Stärkung durch Essen und Trinken ging es langsam wieder zurück zu unserem Hotel. Nach Abendessen und neuerlichen erklimmen unseres Hotelberges ließen wir den Abend gemütlich. Überdies bekamen wir Besuch durch die BK Rumänien 3.

Tag 7

Heute stand „nur" die Fahrt von Brasov nach Sighisoara, mit etwa 127 km, und dann die Besichtigung von Sighisoara/Schäßburg, am Programm. Für Balu und Jürgen dies jedoch Zuwenig Herausforderung. Sie beschlossen die wunderschöne Schlucht Bicaz zu sehen - die Strecke dorthin und zurück nach Sighisoara, betrug etwa 400 km. Das war dann allen übrigen doch zuviel. Und spätestens dort waren waren sich die Beiden einig, eine gute Entscheidung getroffen zu haben. Die Straße: perfekter Asphalt, trocken, kurvig. Das Wetter: perfektes Motorradwetter - wobei: fast schon ein bissl zu warm. Die Strasse war dann durch eine Baustelle über 40km mehr Offroad als Strasse Und auch die zweite halbe Reisegruppe mit Ivko hatte eine Geländeeinlage. So ca. 10 bis 15 Kilometer Schotterstraße. Und immer wieder ohne Hinweise Schotterstücke, abgefräster Asphalt und die allgegenwärtigen Schlaglöcher. Haben alle, auch die mit den eher sportlichen Eisen problemlos gemeistert. Respekt. Diese Gruppe war vor uns in Sighisoara und hatte Zeit für eine kleine Stadtbesichtigung. Am Abend trafen wir dann alle wieder einen gemütlichen Abend im Hotel Zur Alten Post, inmitten von Sighisoara. Tolles Hotel. Schöne Zimmer, gutes Essen, freundliches Personal.

Tag 8

Letzter Tag in Rumänien. Zurück über diverse Landstraßen nach Oradeo. aufgrund einer Baustelle verlor unser Roadcaptain das Erstemal mal mehreren 100km die Orientierung. Glücklicherweise halfen uns aber freundliche Rumänen wieder zurück auf die Spur (inklusiver Essenseinladungen). Im Hotel silver verbrachten wir unsere letzte Nacht in Rumänien. bis es soweit war gab es wieder gutes Essen und Trinken. Auch die BK Rumänien 6 statteten uns einen Besuch ab. Und, so wie auch Dragos vom Chapter Rumänien 3, hat Cip, Chapter Rumänien 6, zwei unserer berühmten und raren Schneekugeln erhalten, über die er sich genauso wie Dragos sehr gefreut hat.

Tag 9

Nach Frühstück ging es los die letzten hunderten Kilometer in Angriff zu nehmen. Mittagessen im selben Restaurant wie bei der Anreise, auch die Landschaft durch Ungarn hat sich nur wenig verändert. Vielleicht gab es mehr dürre Maisfelder.

Resumee:

Herzlichen Dank bei Jenny, Sonja, Jürgen, Plusko, Thomas, Andreas, Helmut
fürs Mitfahren, und ganz besonders nochmal bei Ivko fürs Organisieren und
Vorausfahren.

Gefahrenen Kilometer (ungefähr):

Tag 1:Wien - Oradea500 km
Tag 2:Oradea - Sibiu320 km
Tag 3:Ruhetag
Tag 4:Ausflug nach Anita 120 km
Tag 5:Sibiu - Brasov300 km
Tag 6:Ausflug Bran 70km (200 km, Thomas und Jürgen)
Tag 7:Brasov - Sighisoara130 km (480 km, Jürgen und Balu)
Tag 8:Sighisoara - Oradea340 km
Tag 9:Oradea - Wien 500 km
Gesamt: 2280 km (für die Meisten von uns)


Bemerkenswert bei Ivko ist ja, dass er sich die Streckenführung am physischen Plan anschaut, und dann quasi alles aus dem Gedächtnis fährt. Und sich dabei
fast nie verfährt. Also hier nochmals ein dickes Lob an Ivko!!

Es war eine wirklich tolle Reise!
rwp






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Freitag, 25. September 2020

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